Letztes Update am 11.01.26 von
Ab 2026 wird Forschung steuerlich deutlich attraktiver
Mit der Reform der Forschungszulage ab 2026 erhält die steuerliche FuE-Förderung in Deutschland ein neues Gewicht. Unternehmen können künftig Förderbeträge erreichen, die bislang nur mit klassischen Projektzuschüssen möglich waren. Der Staat setzt damit gezielt auf eine breitere, planbare Innovationsfinanzierung – unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße.
Konkret steigt das maximal abrufbare Fördervolumen auf bis zu 4,2 Mio. Euro pro Unternehmen. Für viele Betriebe verändert das die Wirtschaftlichkeit von Forschungs- und Entwicklungsprojekten grundlegend.
Mehr Fördervolumen, mehr Spielraum
Kern der Neuregelung ist die deutliche Erhöhung der Bemessungsgrundlage. Für förderfähige Aufwendungen, die ab dem 1. Januar 2026 entstehen, gilt:
- 12 Mio. Euro maximale Bemessungsgrundlage pro Unternehmensverbund – daraus resultierend:
- bis zu 3 Mio. Euro Forschungszulage
- bis zu 4,2 Mio. Euro für KMU (durch erhöhten Fördersatz)
Wichtig für die Planung:
FuE-Vorhaben, die vor 2026 begonnen wurden, werden weiterhin nach der bisherigen Rechtslage bewertet. Der Zeitpunkt des Projektstarts gewinnt damit strategische Bedeutung.
Gemeinkosten erstmals förderfähig und Eigenleistungen gewinnen deutlich an Gewicht
Eine der praxisrelevantesten Änderungen betrifft die Kostenbasis. Ab 2026 können Unternehmen nicht mehr nur direkte FuE-Kosten geltend machen, sondern auch indirekte betriebliche Aufwendungen.
- Gemein- und sonstige Betriebskosten werden erstmals pauschal mit 20 % gefördert
- Stundensatz für Eigenleistungen steigt auf 100 Euro
- weiterhin maximal 40 Stunden pro Woche anrechenbar
Damit nähert sich die Forschungszulage erstmals der realen Kostenstruktur vieler Entwicklungsprojekte an – insbesondere im Mittelstand.
Gerade technologiegetriebene Gründer und inhabergeführte Unternehmen können dadurch ihre persönliche Entwicklungsleistung wesentlich stärker in die Förderung einbeziehen.
Was gilt als förderfähige Forschung?
Die Reform ändert nichts an der grundlegenden Definition von Forschung und Entwicklung. Förderfähig bleiben ausschließlich Vorhaben aus den Bereichen:
- Grundlagenforschung
- industrielle Forschung
- experimentelle Entwicklung
Zwingend erforderlich sind:
- ein erkennbarer Innovationssprung,
- technische oder wissenschaftliche Unsicherheiten,
- ein strukturiertes, planmäßiges Vorgehen.
Nicht begünstigt sind reine Produktanpassungen, Routineoptimierungen oder Markteinführungen ohne Forschungsanteil. Gerade hier entscheidet oft die richtige Abgrenzung über Bewilligung oder Ablehnung.
Das Antragsverfahren bleibt zweistufig – und vollständig digital
Die Forschungszulage wird weiterhin über ein klar strukturiertes Verfahren beantragt:
Schritt 1: Fachliche Bescheinigung
- Antrag bei der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ)
- Darstellung von:
- Projektziel und Innovationsgehalt
- Abgrenzung zum Stand der Technik
- eingesetztem Personal und Zeitrahmen
- Antrag bereits vor Projektstart möglich
Schritt 2: Steuerliche Festsetzung
- Antrag beim zuständigen Finanzamt
- einmal pro Wirtschaftsjahr
- Bündelung aller förderfähigen Aufwendungen
- Auszahlung auch bei fehlender Steuerlast möglich
Gerade für Start-ups und wachstumsorientierte Mittelständler bleibt die Forschungszulage damit ein liquiditätswirksames Instrument.
Worauf Unternehmen jetzt achten sollten
Mit höheren Förderbeträgen steigen auch die Anforderungen an die Vorbereitung:
- sauber dokumentierter Projektbeginn
- nachvollziehbare Tätigkeitsbeschreibungen
- klare Zuordnung von Arbeitszeiten
- kurze, präzise Fortschrittsdarstellung zum Jahresende
Unternehmen, die ihre FuE-Projekte frühzeitig strukturieren, können den Startzeitpunkt gezielt auf 2026 legen – und so vollständig von den neuen Regeln profitieren.
Strategischer Ausblick
Die Forschungszulage entwickelt sich ab 2026 von einer ergänzenden Förderung zu einem zentralen Baustein der Innovationsfinanzierung. Besonders für Unternehmen, die bislang keinen Zugang zu klassischen Förderprogrammen hatten, eröffnet sich ein neuer Handlungsspielraum.
Der entscheidende Erfolgsfaktor bleibt jedoch die Vorbereitung. Nicht die Idee scheitert, sondern häufig die Darstellung. Wer früh plant und fachlich begleitet vorgeht, kann die Reform gezielt nutzen.
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