Letztes Update am 10.01.26 von
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten zeigt sich die Gründungslandschaft in Deutschland dynamisch. Vor allem bei größeren Unternehmen ist ein spürbarer Zuwachs zu verzeichnen. Auch das Alter der Gründerinnen und Gründer erreicht neue Tiefststände.
Gründungsaktivitäten im ersten Halbjahr 2025: Ein Blick auf die Zahlen
Laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts ergibt sich folgendes Bild:
- Großbetriebsgründungen stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um +9,4 %
- Gleichzeitig wurden jedoch 6,6 % mehr große Betriebe abgemeldet – insgesamt ca. 51.800
- Das gesamte Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im ersten Quartal +0,3 % zu, schrumpfte im zweiten Quartal allerdings leicht um –0,1 %
- Die Gesamterwartung für 2025 liegt nach zwei Jahren mit rückläufigem BIP nur bei einem minimalen Wachstum
Gewerbeanmeldungen und -abmeldungen im Überblick
Die amtliche Gewerbestatistik weist auch für kleinere Unternehmen und Einzelgründungen ein Wachstum auf:
- Gewerbeneugründungen insgesamt: ca. 325.300 (Anstieg von +4,6 %)
- Gesamte Gewerbeanmeldungen: ca. 386.600 (+3,4 % gegenüber dem Vorjahr)
- beinhaltet auch:
- Betriebsübernahmen (z. B. bei Gesellschaftereintritt)
- Umwandlungen (z. B. Ausgliederung)
- Standortverlagerungen
- beinhaltet auch:
- Gewerbeabmeldungen insgesamt: rund 304.700 (+0,8 %)
- darunter:
- vollständige Geschäftsaufgaben: ca. 246.900 (+1,6 %)
- Geschäftsverkäufe, Umwandlungen und Fortzüge
- darunter:
KfW-Gründungsmonitor: Junge Gründer, hohes Risiko
Die staatliche Förderbank KfW gibt weitere Einblicke in das Gründungsgeschehen:
- Für 2025 wird mit weiter leicht steigenden Gründungszahlen gerechnet
- Die Abbruchquote bleibt hoch:
- Rund 1/3 aller Gründer scheidet innerhalb von 3 Jahren wieder aus dem Geschäft aus
- Nach 5 Jahren sind noch ca. 61 % der Unternehmen aktiv
- Das Durchschnittsalter der Gründerinnen und Gründer lag im letzten Jahr bei 34,4 Jahren
- Zum Vergleich: Anfang der 2000er lag es meist zwischen 37 und 38 Jahren
Kommentar zur Lage: Gründungswelle trotz hoher Belastung
Inmitten von wirtschaftlicher Unsicherheit und Rezessionssorgen zeigen sich Deutschlands Gründer widerstandsfähig – vor allem bei größeren Vorhaben. Gleichzeitig steigt der persönliche Druck, dem viele junge Unternehmer ausgesetzt sind: psychische Belastungen wie Burn-out oder depressive Episoden nehmen zu.
Diese Entwicklung verweist auf einen wachsenden Unterstützungsbedarf, nicht nur bei der Finanzierung und Formalisierung von Gründungsvorhaben, sondern auch bei mentaler Stabilität und persönlichem Ressourcenmanagement.







